Die Säulen der Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 1946 Gesundheit folgendermaßen beschrieben: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen."

 

Doch wer kann sagen, dass er diesen „Zustand“ erreicht hat? Ist es denn nicht viel mehr so, dass wir alle mehr oder weniger versuchen, diesem Optimum nahe zu kommen. Wenn wir dabei die „Säulen der Gesundheit“ stärken, wird es uns eher gelingen, „Gesundheit“ zu erlangen.

 

 

 

Ernährung

Die Ernährung wird wahrscheinlich von den meisten Menschen als wesentlichster Bestandteil für ihr Wohlbefinden angesehen. Wenn wir satt sind, sind wir meist ausgeglichener und zufriedener. Dabei hat die Ernährung einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit.

 

Gesunde Ernährung bedeutet nicht nur, dass wir genügend Nahrungsmittel zu uns nehmen, sondern auch, dass in unseren Nahrungsmitteln genügend Vitalstoffe enthalten sein müssen, damit unsere komplexen Organsysteme (Herz-/Kreislaufsystem, Immunsystem, Bewegungsapparat etc.) ihre Aufgaben erfüllen können.

 

Auch gilt es, ein Gleichgewicht von Energiezufuhr und -verbrauch (kcal) herzustellen, um insbesondere meist ungewünschte Gewichtszunahmen kontrollieren.

 

 

 

Bewegung

Dass Bewegung als Jungbrunnen und Lebenselixier gilt, hat sich zum großen Teil in der Bevölkerung herum gesprochen, die Unterscheidung zwischen „gesunder Bewegung“ und „krankmachendem Sport“ wird die Aufgabe der Wissenschaft in den nächsten Jahren werden.

 

Bewegung beeinflusst das Verhältnis von oxidativem Stress und Antioxidantien ebenso wie von gutem HDL- zu Gesamt-Cholesterin. Bewegung setzt Endorphine frei, verstärkt die Durchblutung aller Organe, beschleunigt Stoffwechselprozesse, belebt die Hirnfunktionen und hält das Gefäßsystem elastisch. Bewegung stärkt nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch das Immunsystem, und verbessert die Gelenkigkeit.

 

Die Beweglichkeit von Gelenken, die Elastizität von Muskeln, Sehnen und Bändern, die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, der Hormon- und Stoffwechselsysteme
sowie der Muskulatur sind daher ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheit.

 

 

 

Regeneration

Anspannung = Stress und Entspannung = Regeneration sind die zwei Seiten einer Medaille und

gehören untrennbar zusammen. Phasen von erhöhtem Stress müssen immer wieder Phasen der

Regeneration folgen, sonst gerät eine Säule unserer Gesundheit ins wanken und gefährdet damit

die Stabilität des gesamten Körpersystems. Menschen, die wissen, dass ihre Gesundheit ihr

größtes Kapital bildet, werden in regelmäßigen Abständen immer wieder Regerationsphasen in

ihren Alltag integrieren.

 

 

 

Umfeld

Viele Menschen werden sich in immer stärkerem Maß bewusst, wie wichtig ihnen ihr berufliches und privates Umfeld ist und dass ihr Umfeld ebenfalls der Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit dient.

 

Es ist daher nicht verwunderlich, dass es für uns immer wichtiger wird, aktiv und eigenverant-wortlich an der Gestaltung unseres Umfelds zu arbeiten. Dazu zählt weit mehr als nur die

Auswahl des Arbeitsplatzes. Wohnort, Wohnung und Wohnraumgestaltung, soziale Einrichtungen wie Schule und Kindergarten, Freundeskreis sowie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gehören heute notwendiger Weise dazu.

 

 

 

Bewusstsein

Eigentlich ist die zentrale Säule Bewusstsein die alles entscheidende, denn ohne Bewusstsein können auch die anderen nicht Bereiche funktionieren.

 

Wenn es uns nicht bewusst ist oder wir nicht dahin kommen, uns bewusst zu machen, wie wichtig Ernährung, Bewegung, Regeneration und unser Umfeld für unsere Gesundheit ist, werden wir nicht einsehen, dass es in unserer eigenen Verantwortung liegt, wie es um unsere Gesundheit bestellt ist.

 

In diesem Zusammenhang ist aus der deskriptiven Forschung bekannt, dass Männer und Frauen ein unterschiedlich ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein haben. Frauen werden stets als gesundheitsbewusster eingestuft als Männer und vielfach werden Geschlechterunterschiede in der Gesundheit auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückgeführt. Besonders sind diese unterschiedlichen Verhaltensweisen zu erkennen bei Lebensstilfaktoren und in diesem Bezug mit der Entwicklung von Risikofaktoren wie Übergewicht, Hyper-Cholesterinämie, Hypertonie, des weiteren in der Bereitschaft, das Verhalten in Richtung gesünderem Lebensstil zu verändern.

 

In Bezug auf Cholesterin und Blutdruck zeigen über 50-jährige Frauen im Vergleich zu den Männern ein höheres Gesundheitsbewusstsein. Dieses höhere Bewusstsein betrifft unter anderem, dass sich Frauen häufiger als Männer einer Blutdruckmessung unterziehen, bei Blutdruck und Cholesterin häufiger über ihre Werte Bescheid wissen und auch eher als Männer gewillt sind, Maßnahmen zu treffen (Schmeiser-Rieder, 1998; Schmeiser-Rieder et al., 2000).